Stillen- Übung macht den Meister

Stillen ist nicht unbedingt einfach- aber wenn es funktioniert ist es einfach toll in jeglicher Hinsicht

Viele Mamas sind am Anfang zwar vom Stillen überzeugt, wenn es aber nicht klappt schnell entmutigt. Besonders wenn Brustentzündungen, wunde Brustwarzen und Schmerzen hinzukommen oder aber auch schlechte Betreuungen und viele unterschiedliche Meinungen und gut gemeinte Ratschläge von anderen Personen.

 

Aller Anfang ist schwer

Bei mir war der Anfang auch sehr mühsam. Im Krankenhaus wurde mir zwar immer wieder das richtige Anlegen erklärt und dabei auch geholfen. Aber jede Krankenschwester hat es mir anders erklärt bzw. andere Tricks verraten. Das hat mich am Anfang sehr verunsichert, besonders, dass ich alle 2 bis 3h mein Baby anlegen sollte, damit ich genug Milch haben werde. Dazu kam natürlich auch wunde Brustwarzen. Welche Brust ist es schon gewöhnt zu stillen. Als ich nach 3 Tagen aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen wurde und ich auf mich allein gestellt war ohne RundumdieUhrBetreuung, war dann das Chaos perfekt. Milcheinschuss und Babyblues gleichzeitig, alleine zu Hause und die Hebamme kam nur einmal am Tag bzw. am Telefon konnte man nicht alles erklären. 🙁

 

Problematik beim Stillen- meine Erkenntnisse

Mein Problem war: Ich hatte unglaublich viel Milch, nachdem ich im Krankenhaus so viel anlegen musste (konnte ja keiner wissen, dass ich mal Unmengen davon produzieren werde). Unsere Tochter wollte nicht alle 2 bis 3h an die Brust. Sie schlief sogar schon in der zweiten Woche zum Teil nachts bis zu 8h. Ohhh, welch ein Glück musste ich mir anhören. Unser liebes Kind schlief schon durch. Nur hatte ich nichts davon. Ich wachte trotzdem alle 3h auf mit schmerzenden Brüsten. Dazu kam ausserdem noch, dass unsere Tochter immer nur eine Brust leer trank und das mit einem unglaublichen Tempo von nur 5 bis 6 min (ist nen kleiner Schluckspecht). Ich war total überfordert und der Babyblues machte die Situation nicht einfacher. Ausserdem hatte ich das Gefühl, dass durch das gierige trinken unser Mädchen sehr viel Luft schluckt und dass sie die Brustwarze bei einer prall gefüllten Brust auch kaum richtig erfassen kann. Also blieb mir nichts anderes übrig immer vor dem Stillen aufstehen und versuchen die Brust auszustreichen, damit nicht zu viel Milch vorhanden ist. Vom Abpumpen riet mir die Hebamme ab, da ich dann noch mehr Milch produzieren werde. Nach einer Woche dachte ich nur, das wird doch hoffentlich besser. Sonst…

Soll ich mir das antun?

Ich kann sehr gut verstehen, dass viele Mütter diesen Stress nicht mitmachen und sehr bald aus den verschiedensten Gründen das Stillen aufgeben.

 

JA- Durchhalten und motivieren!

Ich hatte Gott sei Dank eine sehr gute Hebamme, die mir immer wieder Mut zugesprochen hat und vor allem mich unterstützt und motiviert hat. Es brauchte auch nur ein paar Tage Durchhaltevermögen, dann hat sich meine Brust daran gewöhnt, dass unsere Tochter nachts gerne bis zu 6h Pause macht. Und falls sie mal zehn Stunden nicht mehr trinken will, dann kann ich meine Brust wieder ausstreichen.

 

 Ausprobieren, Mutig sein mit Stillpositionen

Auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt, experimentiert auch mit unterschiedlichen Haltetechniken bis ihr eure beste und gemütlichste Position gefunden habt. Trotz Empfehlung vom Krankenhaus die Stillpositionen immer zu wechseln, bin ich mittlerweile der Überzeugung, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss.

 

Ein Ritual finden und geniessen

So haben meine Tochter und ich immer das Ritual erst Windel wechseln und dann gibt es die Brust. Nachts lasse ich das Wechseln beim ersten Stillen weg und stille sie direkt. Allerdings klappt es bei uns nicht im Liegen, sondern ich stehe mit ihr auf und gehe in ein anderes Zimmer. Da sie nach 10 Wochen auch immer noch mit der Luft in ihrem Bauch kämpft, liegt sie zum Trinken in der Wiegehaltung etwas erhöht und ich drücke sanft ihre Beine mit meinem Unterarm an meinen Bauch, dass sie nicht allzu viel zappeln kann. Das beruhigt sie sehr und sie kann in Ruhe trinken. Mittlerweile schafft sie sogar bis zu 15min an einer Brust und will manchmal auch beide oder sie schläft sogar beim Stillen ein. Es klappt mittlerweile und auch jeden Tag immer besser, so dass wir es beide geniessen. Das ist ein Moment den nur wir beide zusammen haben.

 

Auf sich selbst hören und das tun, was für einen am Besten ist

Da ich hier in der Schweiz sehr bald wieder arbeiten gehe (Teilzeit), werde ich sie bis zum 4. Monat voll stillen und dann langsam abstillen. Eventuell wenn es klappt, möchte ich sie gerne dann nur noch morgens und abends die Brust geben solange ich noch so viel Milch habe. Generell finde ich das Stillen unglaublich wichtig für ein Kind. Es stärkt noch mehr die Bindung zwischen Mutter und Baby. Allerdings ist man auch sehr abhängig bzw. an einander gebunden. Bei Flaschenkindern kann auch der Mann mal schnell füttern. Wir haben sehr schnell ausprobiert, ob unsere Tochter auch die Flasche nehmen würde. Sie war sechs Wochen alt, als wir ihr in einer Flasche Fencheltee angeboten haben und siehe da sie hat sofort daran gesaugt und wenn ich mal für längere Zeit unterwegs war (Rückbildung, einkaufen, Arztbesuch) und ich sie nicht unbedingt dabei haben wollte, hat mein Mann ihr im Notfall das Fläschchen geben können.

 

Geduld, Geduld, Geduld… Es wird besser und ist eine tolle, wunderschöne Erfahrung.

Habt also Geduld und holt euch professionelle Hilfe, wenn es nicht klappt. Lasst euch aber auch motivieren – aller Anfang ist schwer, doch Übung macht den Meister. Stillen muss man zusammen gemeinsam erlernen. Es wird von Tag zu Tag und mit jedem Mal besser! 🙂

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