Geburtsvorbereitungskurs

Viele Eltern besuchen bei Ihrem ersten Kind einen Geburtsvorbereitungskurs. Diese werden hauptsächlich von Hebammen angeboten. Es gibt unterschiedliche Kurse, wie sog. Paarkurse und Kurse, bei denen der Mann nur an einem Kurstermin teilnimmt.  Doch macht so ein Geburtsvorbereitungskurs in der heutigen Zeit Sinn? Oder kann man sich nicht mittlerweile alle Informationen, die man benötigt selbst aus dem Internet erarbeiten?

Welche Kurse gibt es?

Ich wollte einen Kurs belegen. Aus dem einfachen Grund: Da ich mit den vielen Informationen im Internet überfordert bin und ich auch der Meinung bin, dass die persönlichen Gespräche immer noch am sinnvollsten sind. In der Klinik (Bethesda Spital, Basel) für die ich mich entschieden habe zu Entbinden, werden verschiedene Kurse angeboten:

  • einen sog. Schnellcrashkurs an einem Samstag (Dauer 6h),
  • einen Paarkurs (4* 2h abends) und
  • einen Einzelkurs mit einem Paarabend (Dauer 6 Abende).

Wann für einen Kurs anmelden?

Mein lieber Mann war dann auch bereit zusammen mit mir den Paarkurs zu besuchen und ich habe uns gleich zu Beginn des 4. Monats angemeldet. Nicht zu früh, wie ich bald erfahren habe. Es war höchste Eisenbahn, da diese Kurse sehr schnell belegt sind und es aufgrund kleiner Gruppen auch meist nur beschränkte Anzahl freie Plätze gibt.

Ablauf eines Kurses

Ich erzähle euch kurz, wie der Geburtsvorbereitungskurs bei uns ablief. Der Kurs wurde von einer älteren Hebamme mit viel Erfahrung geleitet und fand in einem sog. Gymnastikraum der Klinik statt. Die zwei Stunden am Abend begannen immer gleich: Wir waren sechs Pärchen und jedes Pärchen hatte zwei Gymnastikmatten, Kissen und Gymnastikbälle zur Verfügung. Für die Frauen gab es jeweils noch ein Stillkissen. Als erstes wurden wir und natürlich auch die Männer gefragt, wie es uns gesundheitlich geht. Anschliessend legte sich jedes Pärchen bequem nebeneinander auf die Gymnastikmatten, wobei uns Frauen die Hebamme am Anfang gleich gezeigt hat, wie man sich bequem mit dem Stillkissen hinlegen kann/soll. Die Frau sollte sich seitlich hinlegen und das Stillkissen zwischen die Beine nehmen, sodass der Beckenboden entlastet ist. Dann machten wir Entspannungsübungen und ganz wichtig: Wir übten die tiefe Atmung, welche wir in den Wehen einzusetzen haben.

Danach wurden die Themen: Wehen, Geburt, Beckenboden, Wochenbett und Stillen (inkl. Tragetuch) nacheinander an den vier Abenden besprochen. Neben den Fakten erzählte uns die Hebamme auch immer noch Geschichten aus Ihrer langjährigen Berufserfahrung. Vom Inhalt her sind mein Mann uns einig, dass die wichtigen Fakten wohl in zwei Stunden erzählt sind. Allerdings war es interessant, die Erfahrungen der anderen Kursteilnehmer und auch die der Hebamme zu erfahren. Vielleicht erinnert man sich dann daran, wenn es mal soweit ist.

Besichtigung der Klinik und deren Räumlichkeiten

Ein besonders wichtiger Punkt für mich war, die Besichtigung der Räumlichkeiten der Klinik. Wir konnten während des Kurses zwei der Gebärzimmer und dessen Einrichtungen besichtigen und uns einen ersten Eindruck von der Klinik schaffen. Fotos im Internet der Klinik sagen meiner Meinung nach nicht dasselbe. Und die erste Aufregung ist damit auch vorbei, wenn man weiss, was man im Ernstfall tun und auch wohin man gehen muss.

Austausch mit anderen Schwangeren und auch werdenden Vätern

Ein weiterer Punkt einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen ist, dass man mit Gleichgesinnten, in dem Fall Schwangeren und werdenden Vätern in Kontakt kommt und sich gegenseitig austauschen kann. In unserem Kurs hatten wir das Glück, dass unterschiedlich weit fortgeschrittenen Schwangere da waren. Eine war z. B. schon in der 36. SSW zu Beginn des Kurses, da sie sich zu spät angemeldet hatte und dieser Kurs der letzte war, den sie noch besuchen konnte. Sie hatte als einzige bereits Wehen und musste Wehenhemmer zu sich nehmen und konnte so schon einiges berichten. Ebenso hatten wir jemanden mit Schwangerschaftsdiabetes. Auch die anderen Schwangeren hatten Beschwerden, die ich zwar nie hatte, es aber sehr interessant fand, mit was man alles in der Schwangerschaft rechnen muss. Der Austausch ist sehr interessant, besonders wie andere bereits Babysachen eingekauft haben oder sich mit dem Thema Stillen oder Tragetuch beschäftigten haben etc.

Ein Kurs ist empfehlenswert- aber nicht nur wegen der Informationen

Im Nachhinein war der Kurs für mich interessant wegen dem Austausch der stattfand und auch wegen der Besichtigung, die man normalerweise sonst nicht hat. Die vielen Tipps der Hebamme sind im Hinterkopf gespeichert und helfen vielleicht bei der Geburt und danach. Geschadet hat es nicht und in der Schweiz zahlt die Krankenkasse einen Teil an den Kosten, so dass es erschwinglich ist.

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